Stefan Krajczar, organiser and speaker at #wcvie 2017

Speaker Stefan Krajczar: Webshop mit WordPress und WooCommerce

Laut einer aktuellen (März 2016) Studie eines Magento Dienstleisters basiert jeder 4. Webshop der Alexa Top 1 Mio. Websites auf WooCommerce. Falls dir Alexa nichts sagt: Alexa gehört seit 1999 zu Amazon.com und ist ein Dienst, der Daten über Seitenabrufe von Websites sammelt. Mit 26,5 % ist WooCommerce bei besagter Studie ganz knapp hinter Magento mit 29,1 % Marktanteil. WooCommerce ist demzufolge das zweitbeliebteste Shopsystem der Top 1 Mio. Shops und das, obwohl es streng genommen kein Shopsystem, sondern „nur“ ein Plugin ist. Gerade im deutschsprachigen Raum wird WooCommerce gerne belächelt und als „Hobbyshop“ abgetan.

Ich arbeite mit beiden Systemen, bevorzuge als WordPress-Fan jedoch WooCommerce. Ein Shop ist schnell aufgesetzt und Änderungen in wenigen Minuten erledigt. Ein FTP Zugang und phpMiniAdmin reichen aus im Notfall. – Bei Magento undenkbar.

Warum WooCommerce?

  • Gratis & Open Source
  • Große Entwicklergemeinde / Community
  • Schnell & einfach
  • Vielseitig und erweiterbar
  • Design ist leicht änder-/anpassbar

In diesem Beitrag möchte ich dir E-Commerce mit WordPress & WooCommerce näherbringen, mit Tipps & Tricks und meinen Lieblings-Plugins.

Webshop mit WordPress und WooCommerce – Inhalt:

  1. Aufbau
  2. Plugins
  3. Rechtliches (Österreich)

1. Aufbau

Dieser Teil ist stark von Zeit und/oder Budget abhängig, wie auch von den Anforderungen und den Umsystemen. Im konkreten Fall gehe ich von einem einfachen Shop für ein Startup aus.

Design (Template / Theme)

Wenn du nicht über die Kenntnisse oder Zeit verfügst, ein eigenes Theme zu erstellen, gibt es eine unglaubliche Menge an fertigen Themes oder auch Frameworks, auf denen man aufbauen kann. Nicht jedes ist für WooCommerce optimiert und nicht jedes ist perfekt übersetzt. Vor allem bei der formalen Ansprache (Deutsch/Sie) gibt es oft Komplikationen. Achte bei der Wahl des Themes, neben dem Offensichtlichen – das Theme ist kompatibel mit deiner WordPress Version – darauf, wann es zuletzt aktualisiert wurde und wie häufig Updates erscheinen. Eine große Community ist auch immer von Vorteil, vor allem wenn man schnell ein Problem googlen muss. Nicht ohne Grund sind Themes wie Avada, Enfold, X The Theme Bestseller. Auch Monstroid (1&2) werden häufig verkauft und sind gut dokumentiert. Letztere ist dank GLP Lizenz beliebig oft einsetzbar.

Sei kreativ beim Design, aber halte dich an gewissen Usability-Spielregeln. Der Käufer muss sich zurechtfinden und motiviert bleiben.

Zahlungsarten

In Österreich ist der Kauf auf Rechnung sehr beliebt, wobei du dabei das Risiko trägst. PayPal ist gerade bei der jüngeren Zielgruppe weit verbreitet und akzeptiert. Sofortüberweisung eignet sich perfekt und es gibt ein WooCommerce Plugin. Klassische Vorauskasse funktioniert am besten, wenn dein Shop schon etabliert ist, verzögert aber den Versand. Teste jede der Zahlungsarten bevor du startest.

Sicherheit

Wichtig: Mache regelmäßig Backups (Plugin stelle ich unten vor) und aktualisiere WordPress, Theme und Plugins. Der Benutzername sollte nicht „Admin“ lauten und den ersten Benutzer solltest du grundsätzlich löschen, nachdem du einen neuen angelegt hast. Das Prefix der Datenbank kannst du bei der Installation von „wp_“ ändern, wozu ich dir auch rate.

2. Plugins:

(alle Plugins sind Freemium Produkte, aber bereits in der Gratis-Variante ausreichend)

UpdraftPlus – Backup/Restore

https://wordpress.org/plugins/updraftplus/

Ein absolutes Must-Have ist UpdraftPlus. Das kostenlose Plugin ermöglicht es dir ganz einfach Backups zu machen und auch zu automatisieren.

Yoast

https://wordpress.org/plugins/wordpress-seo/

Mittlerweile eines der beliebtesten Plugins und das zu Recht. Neben der Möglichkeit Meta Tags zu bearbeiten, bietet es einen SEO Rank anhand deines Keywords. Dabei wird dir mit einem roten, gelben oder grünen Licht angezeigt, wie es um die aktuelle Seite steht. Dasselbe gibt es auch für Lesbarkeit. Auch die Facebook- und Twitter-Vorschau kann bearbeitet werden. Duplicate Content verhindert ihr mit der Canonical URL und auch die Möglichkeit einzelne Seiten vom Index auszuschließen ist vorhanden. Follow und nofollow sind natürlich ebenfalls mit an Bord.

WooCommerce Germanized

https://wordpress.org/plugins/woocommerce-germanized/

Dieses Plugin beinhaltet viele Erleichterungen für deutsche & österreichische Shop-Betreiber. So ist z. B. die benötigte Grundpreisauszeichnung für Lebensmittel (Preis pro 100 ml) dabei. Dazu kommen noch ein Haufen weiterer, rechtlich relevanter Funktionen, die hier aufgelistet sind.

Language Fallback

https://wordpress.org/plugins/language-fallback/

Wie es der Name schon vermuten lässt, kann man damit eine alternative Sprache einstellen, sollte eine Bezeichnung nicht verfügbar sein. Ideal für Du/Sie im deutschsprachigen Raum.

Contact Form 7 / PlanSo Forms

https://wordpress.org/plugins/contact-form-7/

https://wordpress.org/plugins/planso-forms/

Contact Form 7 ist vermutlich das beliebteste Kontakformular-Plugin. Natürlich völlig zurecht, auch wenn das Layouten für Anfänger recht schwierig ist. Leichter macht es einem PlanSo Forms mit dem Drag&Drop Builder.

W3 total cache

https://wordpress.org/plugins/w3-total-cache/

Dieses Plugin dient der Geschwindigkeitsoptimierung deiner Seite, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Lies dich gründlich ein, bevor du Einstellungen veränderst und teste danach alle Funktionen durch. Der Faktor Geschwindigkeit ist nicht zu unterschätzen. Nicht nur deine User freuen sich über einen schnellen Shop und kaufen mehr, auch Google belohnt dich mit einem besseren Ranking.

3. Rechtliches:

[Disclaimer: Das sind nur Tipps und Auszüge, jedoch keine rechtlich verbindliche Beratung.]

  • Jeder Webshop, wie auch jede Website brauchen ein Impressum, AGB sowie eine Datenschutzerklärung. Bei der WKO gibt es Muster und ihr könnt euer Impressum auch prüfen lassen. Die WKO bietet auch ein kostenloses Buch „Recht im E-Business“ auf Ihrer Website an. Auf 220 Seiten findet ihr etwas zu jedem rechtlichen Thema.
  • Der Kaufbutton muss klar benannt werden und darf keine Interpretation zulassen. „Zahlungspflichtig bestellen“ eignet sich bestens. Auch „Jetzt kaufen“ ist in Ordnung. Mehr dazu findet ihr auf Wikipedia. Achtung: Nur „Kaufen“ ist nicht ausreichend.
  • Preise, Steuern, Versandkosten und Zusatzkosten müssen angegeben und in unmittelbarerer Nähe des Preises positioniert sein. Bei einigen Waren muss auch der Preis pro Einheit, die sogenannte Grundpreisauszeichnung angeführt werden. Mehr dazu findet ihr auf der Seite der WKO.
  • Die Lieferzeit muss angegeben werden.
  • Die Cookie-Richtlinien müssen eingehalten werden
  • Die Widerrufsbelehrung muss klar ersichtlich sein.
  • Gesetzliches Gewährleistungsrecht, sowie allfällige Kundendienste und Garantien (inkl. Bedingungen)
  • uvm …

Wichtig: Alle Punkte findet ihr hier auf der Seite der WKO Österreich.

Weitere Punkte zu den Themen „Webshop Suchmaschinenoptimierung“ und „Dinge die man beim Erstellen von Webauftritten beachten muss“ habe ich auf meiner Website beschrieben.

Welche Plugins sind deine Favoriten? Hast du Tipps und Tricks, die du mit der Community teilen möchtest? Ich freue mich über Feedback.


Autor: Stefan Krajczar, Gründer der eCommerce und Web-Agentur SK Beratung. Ich berate und unterstütze KMU dabei, im Web zu verkaufen. Bei kleinen und mittleren Projekten arbeite ich mit WooCommerce. Bei komplexeren Aufträgen die z. B. eine Integration in Umsysteme wie ERP/PIM/DAM erfordern, mit Magento.

Zu hören und zu sehen  ist Stefan auf der WordPress Konferenz WordCamp Vienna 2017 am 1. Konferenztag, den 22. April 2017.

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